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Birkenhof
Lübeck

Neubau Wohneinrichtung für Menschen mit psychischen Störungen

Im Übergang zum Landschaftsraum im Westen Lübecks befindet sich der Birkenhof, zurückgehend auf eine ehemalige Hofstelle eines landwirtschaftlichen Betriebes. Der Birkenhof ist seit langer Zeit eine geschlossene sozialpsychiatrische Wohn- und Übergangseinrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Anlage stellte sich im Bestand als überholte Addition unterschiedlicher Bauteile und Epochen dar.

Lediglich das ehemalige Haupthaus im Stile eines Siedlungshauses der Jahrhundertwende erschien erhaltenswert. In Konsequenz entstand auf dem Gelände eine neue, zeitgemäße Wohn- und Betreuungseinrichtung mit 48 Plätzen. Das Ensemble aus sechs Gebäuden entspricht den unterschiedlichen Betreuungsbedürfnissen.

Vier davon wurden als Neubauten errichtet. Bei allen Gebäuden handelt es sich um zweigeschossige Ziegelkörper mit flach geneigten Satteldächern. Das Haupthaus wurde saniert. Der Birkenhof steht als sozialpsychiatrische Wohnanlage für eine modellhafte Lösung, weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus.

Lageplan

Grundriss Haus A

Grundriss Haus B

Grundriss Haus F

Wohn- und Aktivitätenensemble.

Innerhalb der Häuser leben die Bewohnerinnen und Bewohner in Wohngruppen für vier bis sechs Personen in je einem Einzelzimmer mit eigenem Sanitärbereich. Diese werden um einen gemeinsamen Kern aus Küche, Aufenthaltsraum und Betreuungsbereich angeordnet.
Der Altbau nimmt die Speiseversorgung, eine Bibliothek, ein Café und einen kleinen Kiosk auf.

Freiraum.

Der Birkenhof entstand aus einer ehemaligen Hofstelle im Übergang zwischen Vorstadt und Landschaftsraum. Unterschiedliche Großbäume prägten bereits das Bild der Bestandseinrichtung und bildeten so auch einen wesentlichen Bestandteil der Außenanlagenplanung für die Neubauten.
Als Kontrast zum freien Aufwuchs der Birken entstehen strukturierte Baumgruppen als Neupflanzung im Hofbereich.

Raum für Angebote.

Zusätzlich zu den neuen Räumlichkeiten bietet der Entwurf Platz für neue Angebote wie eine Suchtberatung, soziales Kompetenztraining und unterschiedliche Begegnungsmöglichkeiten innerhalb des Geländes zur persönlichen Weiterbildung.

Entree.

Die innere Struktur der Häuser ist vom Wohnen geprägt. Nichtsdestotrotz bildet auch die Erschließung wesentliche gestalterische und funktionale Bereiche aus: Das Entree bietet eine gute soziale Kontrolle und maximalen Schutz für Menschen mit Suizidgefahr bei gleichzeitiger Offenheit und Transparenz. Funktionale Anforderungen werden durch architektonische Lösungen dezenten ansprechend integriert.

Lorem ipsum.

Die Stationsbereiche der Wohnhäuser liegen unmittelbar an der Erschließung. Große Fenster zum Flur und zum Wohnbereich schaffen Blickbeziehungen und senken die Schwelle zur Kontaktaufnahme zwischen Bewohner/in und Betreuer/in. Moderne, helle und lichtdurchflutete Arbeitsplätze schaffen ein professionelles und freundliches Umfeld.


Zeitgemäß und sicher leben.

Im Inneren dominieren weiße und hellgetönte Wand- und Möbeloberflächen, im Kontrast mit kräftig, erdigen Tönen an Türen und Fußböden. Notwendige Sicherheitsanforderungen zur Vermeidung von Selbstverletzungen oder zur Durchsetzung von Unterbringungsbeschlüssen treten durch deren direkte Integration in architektonisch-technische Lösungen in den Hintergrund.

Fakten

Auftraggeber: Vorwerker Diakonie gGmbH, Lübeck
Planungsbeginn: 03/2010
Fertigstellung: 07/2015
Größe: 3.325 qm BGF
Bauwerkskosten: 4.7 Mio. EUR, brutto
Gesamtkosten: 7.3 Mio. EUR, brutto
Leistungen: Leistungsphase 1 bis 8, Innenausstattung
Fotos: Stephan Baumann, Karlsruhe

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